Brunauer, Antonie

Austrittsanzeige

ANTONIE BRUNAUER, geb. Scheibl, wurde am 24.12.1902 in Salzburg-Itzling geboren. Laut Krankenakt wurde sie zu Bauern ausgestiftet. Ihre Schulleistungen waren mittelmäßig, nach der Schule arbeitete Antonie Brunauer als Magd und Haushaltgehilfin. 1922 heiratet sie ihren Mann Josef, einen Halleiner Fabrikarbeiter. Im November 1933 begleitete sie  dieser wegen Angstzuständen und paranoiden Ideen in die Salzburger Landesheilanstalt. Beim Aufnahmegespräch beschrieb ihr Gatte sie folgendermaßen: „Mehr ruhige Frau, liebt die Arbeit, die Stimmungslage eine ausgeglichene, … sie war keine misstrauische, argwöhnische Frau, sie mied die Menschen nicht, wenn sie es auch vorzog zu Hause zu bleiben, da sie am Heime große Freude hatte. Besondere Schicksalsschläge hatte sie nicht, die wirtschaftliche Lage war relativ gut, ich hatte bisher immer Arbeit. Im Jänner 1933 begann die Frau krankhafte Ideen zu äußern…sie verdächtigte die verschiedensten Personen, dass sie ihr Gift geben wollten. … Es war fruchtlos, sie mit Gegenargumenten von der Unsinnigkeit der Ideen zu überzeugen, sie wurde in letzter Zeit geradezu `heftig` erregt, wenn man davon sprach.“  Der  behandelte Arzt vermerkte als Diagnose: „Paranoide Schizophrenie“.  Antonie Brunauer konnte die Landesheilanstalt bis zu ihrem Abtransport in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim nicht mehr verlassen.  In den wenigen Eintragungen in ihrer Krankengeschichte  wurde sie anfänglich als „vollkommen uneinsichtig“ beschrieben, weil sie  immer wieder den Wunsch äußerte oder die Forderung erhob, nach Hause gehen zu dürfen.“29.1.1934: gänzlich einsichtslos, gereizt, drängt fort, verlangt, dass sie im Anstaltsgebiete spazieren gehen dürfe, erklärt aber im selben Atem, dass sie die Absicht habe nach Hallein zu gehen, hier dürfe sie nicht mehr zurückgehalten werden.“  In den Jahren 1939 bis 1941 erfolgte jährlich nur mehr ein einziger kurzer Eintrag: „Unverändert, katatone Erregungszustände, immer in Bettbehandlung,…“. Der letzte Vermerk ist mit 6.3.1941 datiert. Ihr Abtransport wenige Wochen später am 16. April 1941 ist nicht eingetragen. Die Krankengeschichte wurde nach Hartheim mitgegeben und ist heute im Bundesarchiv Berlin archiviert.

Standort: Schöndorferplatz 7