Bürzer, Felix

Kennzeichentafel

Zur Lebensgeschichte von Felix Bürzer ist nur wenig bekannt. Sie lässt sich bis zu seiner Internierung im Konzentrationslager Dachau fast nur aus seinen Meldeunterlagen erschließen. Er kam am 17. November 1886 in Hallein zur Welt, als Stand ist am Meldeschein `ledig´ vermerkt, als Religion: `röm. katholisch´, als sein Charakter oder Beschäftigung: `Tischler´. Auffallend sind die häufigen Ortswechsel und Reisen in den Jahren des 1. Weltkrieges. Meist war er nur wenige Wochen oder Tage in Hallein gemeldet. Zwischen 1918 und den Jahren danach klafft eine  Lücke von mehreren Jahren.  Der nächste Eintrag in der Meldedatei stammt vom 22. Jänner 1924. An diesem Tag fand Felix Bürzer zum ersten Mal Unterkunft im Halleiner Armenhaus in der Spitalgasse.  1926 erfolgte die Abmeldung in die Versorgungsanstalt Schernberg in Schwarzach/St. Veit. Im Schloss Schernberg betreuten die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul seit Mitte des 19. Jahrhunderts chronisch Kranke und Behinderte.  Im Aufnahmebuch der Anstalt ist zu Felix Bürzer folgendes  notiert:  „Eintritt:  26. Mai 1926 – 12 Uhr Mittag | Name der Behörden und Personen, welche um Aufnahme ansuchten: Stadt Hallein | Name des Arztes, der das Parere ausstellte: Dr. Fröstl/Hallein, 21.5.1926 | Name der Personen, die den Kranken überbrachten: Angestellter der Gemeinde Hallein | Diagnose: geistessiech | Austritt: entlaufen am 21.5.1931.“ Einige Jahre später, Ende 1937, kehrte Felix Bürzer nach Hallein  in das `Städtische  Versorgungshaus´zurück. Der letzte Eintrag am Meldeschein ist mit 29.04.1939 datiert: Tag der Abmeldung, Wohin? `?´.
Das nächste uns bekannte Datum im Lebenslauf von Felix Bürzer ist der  8. August 1942.
An diesem Tag wurde er vom Arbeitshaus  Suben in Oberösterreich in das KZ Dachau überstellt. Über die Hintergründe der Einweisung in das Arbeitshaus Suben liegen keine Dokumente vor. Im Aufnahmebuch von Dachau  lautete seine Häftlingsnummer: 33688, die Haftart `AZR´ für  Arbeitszwang Reich. Die Häftlingsgruppe mit dem schwarzen Winkel war eine der größten in Dachau. Die Häftlinge wurden meist undifferenziert als „Asoziale“ bezeichnet.  Hinter diesem Begriff verbarg sich eine äußerst heterogene Gruppe von Menschen, Kleinkriminelle ebenso wie Suchtkranke, Obdachlose und Nichtsesshafte, Prostituierte und Bettler, Unterhaltsverweigerer, sogenannte pflichtvergessene Mütter, Menschen, denen man querulatorische Neigungen zuschrieb, Alkoholiker, Roma und Sinti, sogenannte asoziale Offentuberkulöse, sexuell Freizügige und viele andere.  Die Einordnung eines Menschen als asozial war im Grunde mehr oder weniger  beliebig.  Die nationalsozialistische Politik gegenüber den „Asozialen“ steigerte sich von sozialer Disziplinierung, Absonderung, Zwangssterilisation, bis hin zur Vernichtung. Mit dem wachsenden Bedarf an Arbeitskräften vor allem in der Rüstungsindustrie  waren die Erfassung und Behandlung der „Asozialen“ von zunehmender Intensität und Brutalität geprägt,  aus der befristeten Inhaftierung wurde die unbefristete und schließlich die physische Liquidation unter restloser Ausbeutung der Arbeitskraft. Den Konzentrationslagern kam in diesem Zusammenhang die entscheidende Funktion zu.

Felix Bürzer überlebte das KZ Dachau nur wenige Monate. Er starb am 28. Oktober 1942.