Prähauser, Johanna

Schloss Schernberg bei Schwarzach
Schloss Schernberg bei Schwarzach

Ziel des Projektes Stolpersteine ist es, die Namen der NS-Opfer vor dem Vergessen zu bewahren. Im Falle von Johanna Prähauser trifft das besonders zu, kennen wir doch außer dem Namen nur ein paar wenige Fakten. Johanna Prähauser kam am 24. Mai 1875 in Hallein zur Welt, ihre Konfession war röm.-katholisch, sie war ledig und arbeitete als Magd. Am 08.02.1937 wurde sie von der Salzburger Landesheil- und Pflegeanstalt in die Versorgungsanstalt Schloss Schernberg  bei Schwarzach überstellt. Im Eingangsbuch finden sich die Diagnosen Schizophrenie und Demenz, eine konkrete Adresse in Hallein wurde nicht angeführt. Da sich auch im Halleiner Melderegister kein Eintrag zu Johanna Prähauser findet, werden wir für ihren Stolperstein vorläufig einen besonderen Platz suchen. Belegt ist, dass sie am 21.04.1941 mit mehr als hundert weiteren Pfleglingen von Schernberg abtransportiert und anschließend in der Tötungsanstalt Schloß Hartheim ermordet wurde. Die Tötungen erfolgten mit dem farb-, geruch- und geschmacklosen giftigen Gas Kohlenmonoxid, das unter ärztlicher Aufsicht in als Duschräume getarnte Gaskammern eingeleitet wurde.

Im Bericht einer Schwester aus Schernberg  heißt es: „In den frühen Morgenstunden des 21.4.1941 kam die Gestapo mit vielen Helfern und Helferinnen. Beim Ankleiden und Abtransport der Patienten spielten sich erschütternde Szenen ab, Widerspenstige wurden niedergespritzt. Nach einer Liste wurden 74 Frauen und 41 Männer ausgesucht. Die Gehfähigen trieb man den Berg hinunter, die anderen wurden in kleine Autos gesteckt; denn die großen, schwarz verhängten Autobusse waren den steilen Weg zum Schloss nicht hinaufgekommen und warteten in Schwarzach. Beim Umladen wurden wieder viele Patienten niedergespritzt; es wurde vermutet, dass viele die Fahrt nach Hartheim bereits tot antraten.“